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Stadttheater Cuxhaven

Pippin

Ohne historische Detailtreue dient das Geschehen um Karl den Großen und dessen Sohn Pippin als Gleichnis für die Notwendigkeit und die Gefahren menschlicher Selbstverwirklichung. Ein die Ereignisse kommentierender Spielleiter unterstreicht den gleichnishaften, modernen Charakter des Musicals. Pippin erhält eine umfassende Ausbildung und wird mit einem hohen Anspruch an seine Person, seinen Stand und seine Zukunft erzogen. Zunächst benutzt er seine vielseitigen Talente vor allem dazu, sich wirkungsvoll in Szene zu setzen. Er will als Kriegsheld Ruhm erwerben, muss jedoch einsehen, dass er für dieses blutige Handwerk nicht geschaffen ist. Dann sucht er in sexuellen Exzessen nach Erfüllung und Selbstbestätigung, findet aber auch in diesen oberflächlichen Genüssen keine dauerhafte Befriedigung. So wendet er sich der Politik zu und schwärmt für weltverbessernde revolutionäre Ideale. Um seine politischen Vorstellungen verwirklichen zu können, bringt er seinen Vater um und besteigt den Thron. Da es ihm an persönlicher Reife und Erfahrung fehlt, ist er trotz besten Willens auch hier zum Scheitern verurteilt. So gelangt er schließlich zu der Einsicht, dass es sinnvoller ist, den Vatermord rückgängig zu machen und Karl dem Großen Amt und Verantwortung zurückzugeben. Um vieles gereifter, steht er erneut vor der Frage nach dem Sinn des Lebens. So gerät er in Versuchung, gefährlichen Einflüsterungen zu erliegen und als Märtyrer sterben zu wollen, da es ihm nicht vergönnt war, als Kriegsheld, Liebesabenteurer, Revolutionär oder Staatsmann in die Geschichte einzugehen. Er widersteht jedoch diesen Anfechtungen, ringt sich zur Selbstbescheidung durch und findet in seiner Liebe zu Katharina echtes Lebensglück und schlichte Menschlichkeit.

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Aktualisiert (Donnerstag, den 04. November 2010 um 15:34 Uhr)